Suche
  • carolin rebmann

Bleibt Papa eigentlich auch zu Hause?! ÄHHHH???


Die eigentlichen Schuldigen der Pandemie, sie stinken und halten keinen Abstand
Manche sind unbelehrbar und halten sich nicht an Social Distancing!

Heute Morgen habe ich meine Kinder in den Kindergarten und in die Schule mit den Worten verabschiedet: Genießt Euren Tag, wer weiß, wann Ihr das nächste Mal dort seid! „Wenn ich wieder keine Schule habe, bleibt Papa dann eigentlich auch zu Hause?“, fragt der Neunjährige. „Nein“ antworte ich! „Wechselunterricht vielleicht?“, möchte er es genauer wissen. „Nein, auch nicht. Papa geht arbeiten, ganz normal. Gut, er trägt Maske, aber das ist ja schon das neue Normal.“ Dann bin ich froh, dass die Zeit drängt und sie allesamt davonfahren, bevor ich weiter in Argumentationsbedrängnis bekomme, z.B. darüber wer sich eigentlich wann am meisten anstecken könnte…


Ist es nicht fantastisch, was die Kinder in diesen Zeiten alles lernen können? Nicht aus ihren verstaubten Büchern, auch nicht von hippen digitalen Materialien. Nein, von uns als Gesellschaft und vom wahren Leben sozusagen. Sie lernen beispielsweise, dass Bildung weniger wichtig ist als Autos zusammenzuschrauben. Oder dass die Gesundheit Einzelner (Supermarktverkäufer/Innen) weniger wert ist als die anderer. Sie lernen viel über modernes Rollenverständnis, denn Mama bleibt ja viiiel lieber zu Hause als die Väter mit den wichtigeren Jobs (Autos zusammenschrauben). Sie lernen auch, dass wir als Gesellschaft nur aus Gruppen bestehen – denen wir entweder voller Inbrunst angehören oder die wir ablehnen abgrundtief! Sie lernen auch, dass Kultur ein Luxus ist, den man sich als Gesellschaft verdienen muss. Deswegen haben die Menschen am Anfang anstatt im Theater auf den Balkonen geklatscht. Das war ein Automatismus aus vergangenen Zeiten, in denen man andere für künstlerische Darbietung mit Applaus belohnt hat. Dann haben wir festgestellt, dass die ganzen Menschen im Gesundheitswesen gar keine Schauspieler waren, huch, das waren ja reale Szenarien mit echtem Stress. Also haben wir schnell aufgehört zu klatschen! Das fehlende Klatschen wurde leider auch nicht durch monetäre Anerkennung ersetzt. Pech gehabt! Kinder lernt: Lernt lieber etwas Bodenständiges. Irgendwas mit starker Lobby auf jeden Fall. So ist das alles halt in Corona-Zeiten. Mensch, Schuld ist doch sowieso das Virus an allem. Da kann doch keiner was für…


Ja, das ist quasi wie eine unlösbare Matheaufgabe, die uns aufs Blatt gezaubert wurde. Zugegeben, eine Matheaufgabe mit sehr vielen Variablen. Aber wirklich unlösbar? Die Politik verhält sich so, als würde mein neunjähriges Kind seit einem Jahr versuchen, diese Aufgabe zu lösen. Vergebens. Weil er immer den gleichen Rechenweg benutzt. Also bleibt auch das Ergebnis gleich (schlecht). Komisch! Neue Erkenntnisse, die die Variablen beeinflussen sollten, ändern ebenfalls nichts am Ergebnis. Zum Beispiel die Tatsache, dass sich draußen im Freien quasi niemand ansteckt. Unterricht im Freien? Nein, das ist bestimmt zu kompliziert, umzusetzen. Stimmt. Viel einfacher ist es, die Kinder zu Hause zu lassen, die Eltern werden das schon irgendwie stemmen mit der Arbeit und der Schule. Kinder haben Wechselunterricht, also geteilte Klassen, testen sich zwei Mal die Woche und tragen Maske den ganzen Tag! Und trotzdem dürfen sie nicht in die Schule. Und bitte, liebe Eltern, denkt jetzt noch einmal darüber nach, ob Ihr wirklich die Notbetreuung braucht. Nach einem Jahr Pandemie, das ist doch nicht nötig oder?! Und die fehlenden sozialen Kontakte – wir lernen auch: Wir sind zwar durch und durch soziale Wesen, aber nicht, wenn es die Politik verbietet. Dann habt Ihr endlich mal richtig Zeit zusammen! Als Familie! Andere fliegen zwar immer noch um die Welt, aber es ist völlig ok, dass wir aufpassen, dass nicht zu viele Kinder auf einmal auf dem Spielplatz rutschen. Und wenn es mir doch einmal – fast ausversehen – passiert, dass ich Kontakt zu anderen Menschen habe, dann diskutieren wir, über Corona, über die Maßnahmen und über die Politik. Meistens höre ich den Versuch meines Gegenübers, eine versöhnliche Meinung zu entwickeln mit Worten wie: „Naja, ich würde es auch nicht gerne entscheiden müssen.“ „Doch!“, sage ich. „Ich würde es gerne entscheiden an deren Stelle. Entscheiden, statt auszusitzen! Entscheiden und den Kopf hinhalten – anstatt uns alle für die miese Lage verantwortlich zu machen, weil wir nach 21 Uhr auf die Straße gegangen sind“. Politiker/innen werden dafür bezahlt. Es ist deren Arbeit. Ich bekomme im Übrigen kein Geld für meine Anstrengung, hier zu Hause alles am Laufen zu halten. Und ich bekomme auch beruflich nicht mehr Geld. Im Gegenteil, es ist weniger geworden, da viele meiner Seminare nicht stattfinden können oder Klienten Termine absagen, weil sie unsicher oder in Quarantäne sind oder keine Zeit haben, sich um ihr Seelenheil zu kümmern, weil sie die Kinder bespaßen müssen. Ach, doch! Nächsten Monat gibt es wieder einen Kindergeld-Bonus! Super, die 150 Euro pro Kind werde ich gut investieren und sie mit einem weiteren Lerneffekt für die Kinder verknüpfen: Liebe Kinder, kauft nicht beim Einzelhändler um die Ecke! Geht ja auch nicht, hat ja geschlossen. Spart Euch also den lästigen Weg in die Innenstadt und schont die Gelenke – bestellt online und lernt von den Milliardenkonzernen! Wenig Steuern, viel Gewinn – wer ist denn eigentlich dafür verantwortlich? Die Politiker/innen vielleicht? Aber wer möchte sich schon mit Jeff Bezos anlegen…Doktern wir lieber weiter an Corona rum!